AT-OeStA/HHStA RK Maximiliana 1-4-2 Peter Fanckhuser, Marquart Zellger und Heinrich Ferr schreiben an Hans Lanz von Liebenfels, ihre Ansprechperson in Bezug zu König Maximilian, zum Reich und zu den Erbländern und schildern ihm die verschiedenen Unterhandlungen, die sie vor allem im Rahmen von Ver

Archivplan-Kontext


Angaben zur Identifikation

Signatur:AT-OeStA/HHStA RK Maximiliana 1-4-2
Titel:Peter Fanckhuser, Marquart Zellger und Heinrich Ferr schreiben an Hans Lanz von Liebenfels, ihre Ansprechperson in Bezug zu König Maximilian, zum Reich und zu den Erbländern und schildern ihm die verschiedenen Unterhandlungen, die sie vor allem im Rahmen von Versammlungen der Eidgenossen geführt haben – insbesondere in Verbindung mit politischen Schritten der Herzoge Albrecht und Georg von Bayern.
Entstehungszeitraum:01.04.1488
Stufe:Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Angaben zu Inhalt und Struktur

Regest:Peter Fankhauser (Fanckhuser), Markward (Margwalt) Zellger und Heinrich (Hainrich) Fer an Hans Lanz [von Liebenfels] (lieber junncher): Sie haben sein Schreiben erhalten und waren in der Sache nicht untätig. Fer und sein gefatter Frúrich waren in Stampf (Stampfft) bei einer Verhandlung (tag) mit den Gesandten [der Herzoge] von Bayern (die pairischen herren). Zudem war Fer im Sinne der Sache bei der Verhandlung in Obwalden (ob dem Kernwald) und hat dort mit dem Amman von Zuben und dem von Hofen und den anderen gesprochen. Frúrich und Fer haben auch mit verlässlichen (frumen) Leuten in Nidwalden (nid dem wald) gesprochen und insbesondere eine Unterredung mit Mérhin Zéllger geführt, der gebeten hat, in seinem Namen folgendes zu schreiben: Ihnen wurde sehr knapper und unaufrichtiger Bescheid gegeben (schlechter abschid … all trug dabey). Er will aber mit den anderen Herren sich bemühen und verhandeln, um dem entgegenzutreten. Für den Augenblick aber hat man diese Orte wissen lassen, dass man an ihr Anbringen denkt und ihnen nach einem weiteren tag Antwort geben wird. Zudem sind der Schultheiss [Ludwig] Seiler (Sailer) [von Luzern] und sein Anhang in der Sache nicht untätig. Schultheiss [Ludwig] Kramer hat ihm gesagt, dass das von KM (mein Herr von Österreich) dem Sailer bezahlte Geld besser angelegt werden sollte, denn von 40 fl verdient Seiler nur 25, wie Kramer, dessen Vordmund er ist, weiß (daz min herr von Österreich das gelt woll anlaitt, daz man dem … Sailer git, me den im werd, er hett XL guldin, so hett er XXV billich, den er ist sein gueter vormunder, des wiss Gott, wie er ist). Die Bayern lassen allenthalben daran erinnern, dass sie stets auf der Seite der Eidgenossen waren und ihnen viele Wohltaten, wie etwa mit Salzlieferungen im [Alten] Zürichkrieg, erwiesen haben. Unter großer Verschwiegenheit (in grossem geheim) weist Fer darauf hin, dass die bayerischen Herren in den Verhandlungen heimliche Pläne verfolgten, deren Hintergründe nicht allgemein bekannt sind (in irem hanndl gar still ganngen und dem gemainen mann wirdt der recht grundt nit geoffnet von inen). Seiler aber ist die geeignete Nachhut (die recht hinderhuet) und hat den Räten als Auftraggeber der Absender diesen Plan heimlich mitgeteilt: Herzog Albrecht [IV. von Bayern-]München (Munchen) beabsichtigt, durch diplomatische Winkelzüge (mit vill practicken), etwa mit dem Argument, dass [Erzherzogin Kunigunde, die Frau Herzog Albrechts] als Tochter des Kaisers [Friedrich III.] (das frólin kaisers tochter) ebenso sehr als Erbin des Hauses Österreich gelten darf wie KM, die 4 Städte [Laufenburg, Säckingen, Rheinfelden und Waldshut] am Rhein (rein), den [Kern-]wald (den wald) und andere Herrschaften diesseits des Arlberg (disenthalben dem Arliberg) an sich zu ziehen und diese anschließend den Eidgenossen zu überlassen. Diese sollten überlegen, ob sie von Rechts wegen (billich) KM Beistand leisten sollten. Wenn es zu einem Krieg zwischen Letzterem und Bayern kommen sollte, würden die Eidgenossen 100.000 fl erhalten für ihre Nichteinmischung. Dies und anderes verbreitet Seiler an falschen Vorspiegelungen (daz doch gross schelmwérch wär), damit man KM im Stich lassen sollte. Zweifellos missfällt dem gemeinen Mann diese Vorgangsweise. Seilers Eifer in dieser Sache ist unbeschreiblich: Er hat es sogar fertiggebracht, dass die Herzoge Albrecht [IV. von Bayern-München] und Georg [von Bayern-Landshut] der Luzerner Gesellschaft zum Affenwagen heimlich 200 fl für Baumaßnahmen (an den pau) geschenkt haben. Die Empfänger sollen sich keinesfalls anmerken lassen, dass sie diese Informationen besitzen. Das Gespräch mit dem Ammann von Zug [Werner Steiner] ist auch gut verlaufen. (RIplus Managing Maximilian 1 n. 41)
Aussteller:Peter Fankhauser (Fanckhuser), Markward (Margwalt) Zellger und Heinrich (Hainrich) Fer
Empfänger/Vertragspartner:Hans Lanz von Liebenfels
Ort:s.l.
Sprache:Deutsch
Ansichtsbild:
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Angaben zur Benutzung

Reproduktion vorhanden:Digitale Aufnahme

Angaben zu verwandtem Material

Website:RIplus Managing Maximilian 1 n. 41

Weitere Bemerkungen

Bemerkungen:fol. 7-9
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:keine
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.1518
Erforderliche Bewilligung:Kein Zugang (Reservatbestand)
Physische Benützbarkeit:Nicht möglich
Zugänglichkeit:Ausgewählte Archivmitarbeiter/-innen
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=3004777
 

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