Angaben zur Identifikation |
| Signatur: | AT-OeStA/HHStA HausA Nl Erzherzog Leopold Wölfling |
| Titel: | Nachlass Erzherzog Leopold Wölfling |
| Entstehungszeitraum: | 1890 - 1935 |
| Stufe: | Bestand |
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Angaben zum Umfang |
| Anzahl: | 4 |
| Archivalienart: | Verschiedene Archivalientypen ohne genauere Spezifizierung |
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Angaben zum Kontext |
| Aktenbildner-/Provenienzname: | Erzherzog Leopold Ferdinand Salvator, seit 1902 Leopold Wölfling |
| Verwaltungsgeschichte: | Erzherzog Leopold Ferdinand von Österreich-Toskana wurde am 2. Dezember 1868 in Salzburg als Sohn des Großherzogs Ferdinand IV. von Toskana und dessen 2. Ehefrau Alicia von Bourbon-Parma geboren. Bei seiner Ausbildung wurde ein großes Augenmerk auf die Erlernung von mehreren Sprachen gelegt, das Interesse des jungen Erzherzogs galt jedoch der Mathematik. Sein beruflicher Werdegang führte ihn zur Kriegsmarine, wo er unter anderem an der Weltreise des Thronfolgers Franz Ferdinands teilnahm. Nach seiner Rückkehr wurde er als Hauptmann dem k.u.k. Infanterieregiment Nr. 8 in Brünn zugeteilt. Dorthin nahm er seine damalige Freundin Wilhelmine Adamovicz, eine als Prostituierte arbeitende Tochter eines Postbeamten, mit. Da eine solche Verbindung von Kaiser Franz Joseph nicht toleriert werden konnte, versetzte er Erzherzog Leopold nach Przemysl, an die Außengrenze der Monarchie. Erzherzog Leopold nahm jedoch auch an diesen Ort Wilhelmine mit und stellte sie als seine Haushälterin an.Als Folge dieses Ungehorsams wurde Erzherzog Leopold von Kaiser Franz Joseph in eine Anstalt für Nervenkranke in Koblenz eingewiesen. Um dieser Unterbringung zu entgehen reiste Erzherzog Leopold mit Wilhelmine 1902 in die Schweiz und gab in einem Schreiben im Dezember 1902 seinen Austritt aus dem Kaiserhaus und die Annahme des Namens Leopold Wölfling dem Kaiser bekannt. 1903 heiratete er Wilhelmine, die Ehe wurde jedoch bereits nach vier Jahren wieder geschieden. Im Oktober 1907 heiratete Wölfing die Münchner Prostituierte Maria Ritter und lebte mit ihr in Paris. Jedoch auch diese Ehe sollte nicht von längerer Dauer sein. Anfang der Zwanziger Jahre trat Leopold Wölfling in Berlin in diversen Kabaretts auf um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Schließlich kehrte er nach Wien zurück, wo er 1922 Aloisia Starik adoptierte. Ab 1926 arbeitete er in der Greißlerei seiner Adoptivtochter in einem Wiener Gemeindebau in Kaisermühlen und versuchte durch diverse Zeitungsartikel und Vorträge über sein Leben als Erzherzog Geld zu verdienen. Ende der Zwanziger Jahre lernte er Clara Hedwig Pawlowski kennen, welche er 1933 heiratete. Er zog für seine letzten Lebensjahre nach Berlin, wo er am 4. Juli 1935 verstarb und am Friedhof in Berlin Kreuzberg beerdigt wurde. |
| Archivierungsgeschichte: | Der Nachlass Leopold Wölfling wurde 1971 dem Österreichischen Staatsarchiv von seiner Witwe Clara Wölfling übergeben. Im Jahr 2025 übergab Frau Mag. Dominique Kerschbaumer-De Valon dem HHStA Kopien von Briefen des Erzherzogs Leopold Ferdinand und einiger anderer Personen an ihren Ururgroßvater Rudolf Ekhart zur Anfertigung von Digitalisaten. Rudolf Ekhart war als Lehrer des Erzherzogs angestellt gewesen. Frau Mag. Kerschbaumer-De Valon nahm ihre Kopien, nach dem Erstellen der Scans wieder mit, weshalb diese Dokumente nur als Digitalisat bereitgestellt werden können. |
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Angaben zu Inhalt und Struktur |
| Inhalt: | Handschriftliche Manuskripte zu seinen Lebenserinnerungen und zu diversen Zeitungsartikeln, Korrepsondenz mit seiner dritten Ehefrau Clara Wölfling, einige Zeitartikel zu seinem Bruder Johann Orth sowie Familienfotos und Fotos von Schiffen der k.u.k. Kriegsmarine. |
| Bewertung und Kassation: | Dauerhaft aufzubewahren |
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Angaben zur Benutzung |
| Zugangsbestimmungen: | Der Bestand ist gemäß Bundesarchivgesetz (BGBl. I/162/1999) in Zusammenhang mit der Benutzerordnung des Österreichischen Staatsarchivs in der jeweils gültigen Fassung zugänglich. |
| Reproduktionsbestimmungen: | Laut Benützungsordnung des Österreichischen Staatsarchivs. Die Fotografien sind komplett digitalisiert, von diesen Digitalisaten können Kopien erworben werden. |
| Sprache: | Deutsch, Englisch, Französisch, Latein |
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Angaben zu verwandtem Material |
| Orginale (Existenz, Aufbewahrungsort): | Teilnachlass Leopold Wölfling in der Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek (siehe Link) |
| Veröffentlichungen: | Lorenz Mikoletzky (Hg.): Leopold Wölfling - Als ich Erzherzog war. Wien 1988 Michaela Zakova: Die "Causa" Wölfling. Studie zu einem Rechtsfall im Hause Habsburg-Lothringen. In: MIÖG 124 (2016) Seite 104 bis 131 |
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Weitere Bemerkungen |
| Bemerkungen: | Die Ablieferung "2025/00005 Kerschbaumer-de Valon, Dominique (AT-Wien) (1888-1893)" betrifft nur Karton 4 |
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Deskriptoren |
| Einträge: | Wölfling, Leopold Ferdinand (1868-1935), Österreich, Erzherzog (Person\Habsburg, Haus (nichtregierende Mitglieder)) |
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Verwandte Verzeichnungseinheiten |
| Verwandte Verzeichnungseinheiten: | siehe auch: AT-OeStA/HHStA UR FUK 2885 Leopold Wölfling, vormals Erzherzog Leopold Ferdinand, bestätigt den Empfang der Ah. Handschreiben vom 17. Dezember 1902, und verzichtet auf alle durch die Geburt als Mitglied des Ah. Hauses ihm zustehenden Ansprüche. Er nimmt den bürgerlichen Namen Leopold Wölfling an.,
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Benutzung |
| Schutzfristende: | 31.12.1965 |
| Erforderliche Bewilligung: | Keine |
| Physische Benützbarkeit: | Uneingeschränkt |
| Zugänglichkeit: | Öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
| URL: | https://archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=916 |
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