AT-OeStA/HHStA MdÄ AR Geheime Personalakten 1-12 Beust, Friedrich, Ferdinand, Freiherr (Graf) von, 1862-1882 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File))

Archivplan-Kontext


Angaben zur Identifikation

Signatur:AT-OeStA/HHStA MdÄ AR Geheime Personalakten 1-12
Titel:Beust, Friedrich, Ferdinand, Freiherr (Graf) von
Entstehungszeitraum:1862 - 1882
Stufe:Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)

Angaben zum Umfang

Umfang:folio 98-145

Angaben zu Inhalt und Struktur

Unterteilung/Enthält:16 Schriftstücke, Korrespondenzen bezüglich seine Charakterisierung in der liberalen österreichischen Presse, Konzept eines Vortrages an den Kaiser vom 20.7.1868 betreffend Versetzung seines Sohnes Friedrich von der Kavallerie zur Marineinfanterie und um dessen Zuteilung zu Auslandsexpeditionen, Schreiben betreffend dienstliche Angelegenheiten (Versetzungsgerüchte, Urlaubsfragen), betreffend seine Botschaftertätigkeit in Frankreich.
Autographen dieses Staatsmannes stellen — was die Lesbarkeit betrifft — oft höchste Anforderungen an den Forscher. Dieses Problem hatten offenbar auch Zeitgenossen, denn der österreichische Gesandte in Dresden meint in dem nachfolgend besprochenen »Memorandum«, er lege ein »Billet des Ministers« bei »(in Abschrift, da das Original kaum leserlich). Dieses Konvolut enthält Korrespondenzen zu mehreren Themenkreisen:
a) zu Beusts Charakterisierung in der liberalen Presse Österreichs (namentlich in der »Presse« und im »Botschafter«). Der Minister führte darüber mit dem österreichischen Gesandten in Desden, Josef Freiherrn von Werner, ein ausführliches Gespräch, und der Diplomat sandte darüber am 25. Jänner 1862 ein »Memorandum« an eine nicht näher bezeichnete Person im Ministerium des Äußern. Da die Äußerungen des sächsischen Staatsmannes (so knapp nach dem Scheitern seines Planes zur Reform des Deutschen Bundes) besonders zur Person Anton Ritter von Schmerlings von einigem Interesse sein könnten, sollen sie wörtlich zitiert werden: »Nun verfolgt [...] H[er]r v. Schmerling in deutschen Angelegenheiten eine Tendenz, die mit jener des Grafen Rechberg im Zweck zwar identisch, in den Mitteln aber ganz und gar verschieden ist. Beide Herrn sind sicher groß deutsch und antipreußisch. Während aber Graf Rechberg ein aalt-föderativesa Großdeutschland will, will H[er]r v. Schmerling ein aneulibera-lesa. Um selbes zu Stande zu bringen, glaubt er sich auf die liberale Parthei in Deutschland stützen zu müssen und es sind ihm deßhalb die konservativen Ministerien in den deutschen Mittelstaaten im Wege; das sächsische hat natürlich einen besonderen Anspruch auf diese Ehre. Daher in den besagten Blättern der beständige Spott über Beust'sches régime, Beust'sche Projekte u. s. w. Die Rechnung des H[er]rn v. Schmerling ist aber eine vollkommen falsche. Gelänge es ihm auch mich (Beust), Hügel, Schrenk, Dalwigk u. s. w. von den Geschäften zu entfernen und durch sogenannte März-Minister ersetzen zu machen, so würde er nicht für Österreich, auch nicht für ein liberales, sondern nur für Preußen Anhänger und Stützen gewonnen haben; denn in diesen Dingen wird Preußen stets der österreichischen Monarchie den Vorrang ablaufen.«
b) Konzept eines Vortrages an den Kaiser vom 20. Juli 1868, in dem Beust um Versetzung seines Sohnes Friedrich von der Kavallerie zur Marineinfanterie und um dessen Zuteilung zu Auslandsexpeditionen ersucht.
c) Mehrere Schreiben Beusts betreffend dienstliche Angelegenheiten (Versetzungsgerüchte, Urlaubsfragen).
d) Sechs Schriftstücke befassen sich mit Beusts Tätigkeit als österreichisch-ungarischer Botschafter in Frankreich (1878-1882). Ausgangspunkt ist ein Schreiben von Gustav Graf Kàlnoky von Köröspatak vom 9. Februar 1882, in dem dieser den Botschafter auffordert, zu »höchst unliebsamen Besprechungen in der Preße über ihre Beziehungen und Haltung bei verschiedenen Anläßen in Paris [...] Stellung zu nehmen«. In seinen Antwortschreiben stellt Beust die Pressemeldungen als erfundene Fehlinformationen dar oder bezeichnet die in ihnen angeführten Handlungen als dienstlich zweckmäßig.

Aus: Horst Brettner-Messler, Aus vier Kontinenten. Wiederentdeckte Personalakten des k. u. k. Ministeriums des kaiserlichen Hauses und des Äußern. In: Elisabeth Springer/Leopold Kammerhofer et al. (Hgg.), Archiv und Forschung. Das Haus- Hof- und Staatsarchiv in seiner Bedeutung für die Geschichte Österreichs und Europas (Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit 20, Wien/München 1993) 244-245.
Sprache:Deutsch

Angaben zur Benutzung

Reproduktion vorhanden:Nicht vorhanden
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
AT-OeStA/HHStA MdÄ AR F4-25-10 Personalakt Beust, Friedrich Ferdinand Graf, 1867-1882 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File))
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.1912
Erforderliche Bewilligung:Keine
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=3129483
 

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